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Wirtschaftliche Tipps und Maßnahmen von Dr. Dieter Weiler

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe HandelspartnerInnen,

unsere Betriebe stehen durch die aktuellen Ereignisse vor der größten wirtschaftlichen Herausforderung der letzten Jahre. Jetzt kommt es darauf an, rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zu setzen, um möglichst ohne gröbere Schäden durch die Krise zu kommen.

Nach jetziger Sachlage ist von folgendem Szenario auszugehen:

  • Die betrieblichen Einschränkungen werden frühestens Mitte Mai, eher jedoch später wieder gelockert werden können; von einer dreimonatigen Unterbrechung der normalen Geschäftstätigkeit ist realistischerweise auszugehen.
  • Handelsbetriebe werden in diesem Zeitraum keine Umsätze erwirtschaften können; bitte deshalb alle Möglichkeiten zur Liquiditätssicherung ausschöpfen:


Personal:

  • Kurzarbeit 90% für drei Monate beantragen (Kostenersparnis ca. 80-83%); Mitarbeiter erhalten 80 – 95 % des Nettolohns
  • Bereits geplante Mitarbeiterfreisetzungen sofort durchführen
  • Reduzierung von Wochenarbeitsstunden mit entsprechender Lohnsenkung
  • Kündigungen mit Wiedereinstellungszusage senken die Kosten nach Abbau von Zeitguthaben und Urlaub am meisten, sind jedoch mit dem Risiko behaftet, dass die Mitarbeiter dem Betrieb nach der Krise nicht mehr zur Verfügung stehen


Beeinflussbare sonstige Kosten:

  • Mieten: Bei behördlich geschlossenen Verkaufsräumen gibt es nach §§ 1096, 1104 ,1105 ABGB die Möglichkeit, den Mietzins während der verordneten Schließungsdauer zu vermindern oder ganz auszusetzen; hier ist im Einzelfall der Mietvertrag zu überprüfen
  • Werbemaßnahmen: Kostenintensive Maßnahmen deutlich kürzen, soziale Medien besser nutzen und damit Kontakt zu Kunden und Interessierten halten
  • KFZ: Derzeit nicht benötigte Fahrzeuge abmelden
  • Instandhaltungen: Nur dringend erforderliche Reparaturen ausführen
  • Mahnwesen: Rechnungen sofort nach erbrachter Leistung schreiben und Fälligkeiten freundlich aber bestimmt einmahnen


Steuern:
Durch die behördlichen Einschränkungen wird es 2020 kaum Gewinne in den Bilanzen geben. Deshalb bitte sofort die Vorauszahlungen für Köst und Einkommensteuer auf das Minimum reduzieren lassen. Stundungen bei MWSt. und auch GKK sind zwar derzeit möglich, können aber nur als Überbrückungshilfe bei akuten Liquiditätsengpässen dienen; besser ist eine Überbrückungsfinanzierung.

Überbrückungsfinanzierungen durch AWS:
Betriebsmittelfinanzierungen für KMUs für gesunde Unternehmen (kein Reorganisationsbedarf – Eigenmittelquote >8% und fiktive Schuldtilgungsdauer < 15 Jahre). Die Haftung durch das AWS beträgt 80%; der Antrag ist bei der Hausbank einzubringen.
Bei allen ERFA-Teilnehmern wird die Höhe einer Überbrückungsfinanzierung berechnet; dabei wird von einem 30-50% Umsatzrückgang 2020 ausgegangen, und das Kurzarbeit mit 90% für drei Monate beantragt wurde.

Virtuelle ERFA:
Derzeit ist die Abhaltung von normalen ERFAs nicht möglich; zur Unterstützung für alle Teilnehmer werden die restlichen ERFAs im Frühjahr 2020 in Form von Videokonferenzen abgehalten, natürlich mit dem Schwerpunkt auf die aktuelle Situation und wie man am besten damit umgeht; weitere Informationen dazu folgen von SERVICE&MORE.

Deshalb bitte die Unterlagen wie üblich an mich übermitteln; dazu die Saldenliste vom 1. Quartal (Jänner bis März 2020), den aktuellen Auftragsstand Ende März und die getroffenen Maßnahmen zur Abwehr der Corona-Krise-Auswirkungen. Das gilt auch für die bereits abgehaltenen ERFAS Wohndesign I u. II sowie Handel und Tischlerei, auch hier werden Planungsdaten überarbeitet.

Mit besten Grüßen und bitte Gesund bleiben!


Dieter Weiler | Institut für Wirtschaftsberatung

Stand: 21.03.2020 | 08:00 Uhr